Zurück

VP feiert Jubiläum

Fünf Jahre nach seiner Gründung bietet der VP ein breites Spektrum Prüfgebiete, das andere nationale und internationale Mitbewerber nicht bedienen. Ein besonderer Schwerpunkt dabei ist Postgeschichte – „postal history“ –, die sich international großer Beliebtheit unter Sammlern erfreut.

Das philatelistische Prüfungswesen als tragende Stütze des Sammlerschutzes und der Fälschungsbekämpfung hatte seinen Ursprung im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts.

Während sich im anglo-amerikanischen Raum vornehmlich „expert committees“ etablierten, deren Mitglieder nach außen hin meist anonym blieben, war das Prüfwesen in Mitteleuropa stets geprägt von Einzelprüfern, die mit ihrem guten Namen für das Ergebnis ihrer Tätigkeit einstanden. Ihre Lebensläufe und vielfach verdienstvolle wissenschaftliche Methodik sind unterdessen Gegenstand umfangreicher Monografien geworden. 1

In dieser Tradition des personalisierten Prüfwesens sahen sich Lothar Herbst, Dieter Hettler, Ludger Hovest, Prof. Dr. Udo Klein (verst. 2014), Friedrich Leising, Henry Mayer, Jens Müller und Thilo Nagler als sie am 10.11.2010 in Münster (Westf.) ein neues Kapitel des Briefmarkenprüfens aufschlugen: Die Gründung des Verbandes philatelistischer Prüfer (VP) e.V.

Unabhängig soll er sein, der neue Verband. Modern. Kritisch. Methodisch. Wissenschaftlich. Ohne Hierarchie. Aufs Wesentliche konzentriert. Und dabei im Mittelpunkt die Entscheidung, echt – oder falsch, für die der Prüfer mit seinem Namen einsteht. So lautete die Vision des Gründungsvaters Prof. Dr. Klein.

Über die Geburtswehen des VP wird heute in den Reihen der alten und neuen Mitglieder gerne geschmunzelt. Aktuell sind 15 Verbandsprüfer aktiv, und diese verlagern seit 2014 ihre Tätigkeit zunehmend in die Öffentlichkeit, beispielsweise durch Beratungsstände auf den bedeutenden Briefmarkenmessen in Sindelfingen und Essen, wo Sammler, Händler, Auktionatoren und philatelistische Experten des In- und Auslandes gerne das Gespräch mit den VP Prüfern und deren fachliche Beratung suchen.

Echt – oder falsch. Dies zu entscheiden bleibt auch in Zukunft Aufgabe des VP.

Die Verzeichnisse „Prüfgebiete“ – von Altdeutschland bis Übersee – und „Anschriften der Prüfer“ sind durch Neuzulassungen, Erweiterungen der Prüfertätigkeit usw. stets aktuell abrufbar unter: www.vpev.de

1 Vgl. Maaßen, W.: Die Geschichte des Prüfwesen in der deutschen Philatelie 1860-1945, Brühl 2008; van Loo, W.: Das philatelistische Prüfwesen der Nachkriegszeit 1945-1958, Schwalmtal 2008.